Stoppt den Krieg gegen Afrin!

Seit dem 20. Januar 2018 führt die Türkei mit Unterstützung durch dschihadistische Gruppen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Afrin, einen der drei Kantone des selbstverwalteten kurdischen Gebietes Rojava in Nordsyrien. Durch den Sieg der demokratischen Kräfte Syriens, vor allem durch die kurdischen Selbst- und Frauen*verteidigungseinheiten YPG/YPJ, über den IS war Afrin bis zum türkischen Angriff eine der sichersten Regionen Syriens. Nun bombardiert die Türkei zivile Ortschaften, tötet Zivilist*innen, zerstört Jahrtausende alte historische Monumente und zivile Infrastruktur sowie die Tier- und Pflanzenwelt.

Die USA, Russland, die EU, und die NATO sind in diesem Krieg teils billigend teils unterstützend beteiligt. Auch die BRD ist mitverantwortlich! Seit den 90ern bis heute beliefert die BRD die Türkei mit Kriegsmaterial aus deutscher Produktion, die in Kurdistan gegen die Bevölkerung eingesetzt werden. Als verlässlicher Partner des türkischen Autokraten Erdoğan leistet sie zudem ihren Beitrag zur Bekämpfung der kurdischen Freiheitsbewegung durch gezielte Kriminalisierung in Deutschland, zuletzt durch ein absurdes Flaggen- und Symbolverbot. Zudem schweigt die Bundesregierung im Interesse der europäischen Abschottungspolitik gegen Geflüchtete weitgehend zu den Menschenrechtsverletzungen der türkischen Regierung.

Das basisdemokratische Projekt im Norden Syrien ist der Regierung Erdogans seit Beginn (2012) ein Dorn im Auge. In den befreiten Gebieten Nordsyriens entsteht durch die Zusammenarbeit aller dort lebender Menschen ein neues Gesellschaftsmodell, welches sich auf grundlegende Prinzipien, wie Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltige Ökologie stützt. Auch wenn dieser Prozess unter den herrschenden Bedingungen nicht widerspruchsfrei sein kann, bleibt trotzdem festzuhalten, dass das Projekt Rojava in einem von Krieg zerrissenen Land ein Zeichen der Hoffnung ist und unsere Solidarität und Unterstützung verdient. Im Modell der Demokratischen Selbstverwaltung, haben alle gesellschaftlichen Gruppen ein Recht auf Mitbestimmung und demokratische Partizipation, ungeachtet zum Beispiel ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit. Die Ideen und Konzepte der kurdischen Freiheitsbewegung sind jedoch nicht auf Rojava beschränkt; vielmehr sind sie ein Beispiel für alle Menschen, die sich ein selbstbestimmtes Leben jenseits der Scheinfreiheit der neoliberalen Gesellschaftsordnung wünschen.

  • Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für die sofortige Beendigung des türkischen Angriffskriegs einzusetzen, die Waffenlieferungen an Erdoğan sofort zu stoppen, humanitäre Hilfe für die Menschen in Afrin zu leisten und die Kriminalisierung der kurdischen Freiheitsbewegung in Deutschland zu beenden.
  • Wir fordern alle Parteien dazu auf, sich gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei auszusprechen, öffentlich den sofortigen Stopp aller militärischen Invasionen in Syrien zu fordern und sich für Frieden und Demokratie stark zu machen.
  • Wir fordern alle Journalist*innen dazu auf, über die Hintergründe und Folgen des Krieges vollständig und objektiv zu berichten und der türkischen Staatspropaganda zu widersprechen, dieser Angriff richte sich auch gegen den IS, welcher sich nicht mal in der Nähe Afrins befindet.
  • Wir appellieren an alle Demokrat*innen und Humanist*innen: Schweigt nicht zum Krieg! Zeigt euch solidarisch mit der angegriffenen Region! Lasst uns gemeinsam unsere Stimme gegen Krieg, Vertreibung und Zerstörung der Natur erheben. Lasst uns gemeinsam zeigen, dass wir die Kriegstreiberei der Bundesregierung nicht akzeptieren und uns dagegen auflehnen. Denn Solidarität ist unsere stärkste Waffe gegen Krieg, Gewalt und Zerstörung!

Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen wir dazu auf, gemeinsam für Demokratie und Frieden in Afrin auf die Straße zu gehen und gegen die türkische Aggression zu protestieren. Überall ist Afrin, überall ist Widerstand!